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Die Zukunft niedergelassener Ärzte im Münsterland

Lösungsmodelle bei Veranstaltung des Netzwerks Gesundheitswirtschaft Münsterland vorgestellt


Münster. Mehr als ein Drittel der Hausärzte im Münsterland steht kurz vor dem Ruhestand. Ähnlich hoch ist die Zahl bei den Fachärzten. Wie geht es angesichts dieser Zahlen weiter mit der ärztlichen Versorgung im Münsterland?

Das thematisierten Mediziner im Rahmen einer Veranstaltung bei Curacon in Münster, zu der das Netzwerk Gesundheitswirtschaft Münsterland eingeladen hatte.

In den ländlichen Regionen müssten immer mehr niedergelassene Mediziner um eine Nachfolge kämpfen, erläuterte Johannes Technau, Geschäftsführer des Netzwerkes. Neben der Kassenärztlichen Vereinigung, die ihren Mitgliedern mit verschiedenen Maßnahmen unter die Arme greife, seien deshalb inzwischen auch Kommunen und Landkreise auf der Suche nach tragfähigen Versorgungskonzepten, die die hausärztliche Versorgung in den ländlichen Regionen sicherstellen sollen. Technau stellte das Büsumer Modell vor: In dem Nordseeort Büsum gab es eine drohende Abwanderung von Arztsitzen. Es wurde daher ein Gesundheitszentrum als kommunale Einrichtung gegründet. Das Besondere: Sie ist ärztlich geführt und bindet auch Ehrenamtliche ein. Ein solches Modell könne auch für das Münsterland interessant sein, so Technau. Denn es biete eine Möglichkeit, die medizinische Versorgung und die Arztsitze zu sichern.

Um rechtliche Aspekte eines Praxiskaufs und -verkaufs ging es in einem Vortrag von Guido Kraus, Fachanwalt für Medizinrecht der Curacon Weidlich Rechtsanwaltsgesellschaft mbH. Über die Praxiswertermittlung informierte Karolin Kwickert, Diplom-Kauffrau der Curacon GmbH  Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Finanzierungskonzepte zur Praxisübernahme stellte Maik König, Leiter „Freie Berufe“ Sparkasse Münsterland Ost vor. „Steueroptimierungen in der Praxisnachfolge – Optimale Vorbereitung und Fallstricke“ – so lautetet das Thema von Thorsten Koschate, Steuerberater, zuständig für Heilberufe bei Curacon.

Aus allen Vorträgen wurde deutlich, dass eine Praxisübergabe frühzeitig zu planen ist und von kompetenten Beratern begleitet werden sollte.