Die Zusammenarbeit zwischen unterschiedlichen Fachdisziplinen im Gesundheitswesen gezielt stärken – und so sektorübergreifende Impulse setzen, die überregional wahrgenommen werden. Dabei verstehen wir „sektorübergreifend“ nicht nur im medizinischen Sinne, sondern beziehen auch Pflege, Wissenschaft, Wirtschaft, Verwaltung und weitere relevante Bereiche aktiv mit ein.
Für eine funktionierende Gesundheitsversorgung ist die Zusammenarbeit aller relevanten Akteur:innen unerlässlich. Sektorübergreifend bedeutet dabei mehr als nur die Verbindung von stationärer und ambulanter Versorgung – also etwa zwischen Krankenhaus und Hausärzt:in. Es schließt auch die Zusammenarbeit mit Pflege, Therapeut:innen, Apotheker:innen, Sanitätshäusern und weiteren Gesundheitsberufen mit ein.
Ebenso wichtig sind Hochschulen, Forschungseinrichtungen und die kommunale Ebene, die als Teil der Gesundheitswirtschaft maßgeblich zum Gelingen beitragen. Wir setzen uns dafür ein, bestehende Transferhemmnisse im Gesundheits- und Versorgungssektor zu erkennen und gezielt abzubauen – und fördern den Austausch zwischen Wissenschaft, Praxis und Gesellschaft, um gemeinsame Lösungen voranzubringen.
Runder Tisch der NRW-Gesundheitsregionen in Münster
Am 17. September 2025 fand der Runde Tisch der NRW-Gesundheitsregionen bei uns in Münster statt – initiiert und begleitet vom Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes NRW. Ziel des Formats ist es, den Austausch zwischen den sechs Gesundheitsregionen in Nordrhein-Westfalen zu vertiefen und die Zusammenarbeit in der Gesundheitswirtschaft nachhaltig zu stärken.
Spannende Einblicke in Projekte aus dem Münsterland
Die Teilnehmenden erhielten vielfältige Einblicke in aktuelle Entwicklungen und herausragende Projekte:
Prof. Dr. med. Philipp Lenz (Universitätsklinikum Münster) stellte das Projekt IMPULS-NRW vor. Es zeigt, wie Telemedizin die ambulante Palliativversorgung unterstützt und Patient:innen mehr Autonomie verschafft – ein wichtiger Schritt hin zu einer personalisierten, digital gestützten Palliativmedizin.
Philipp Potratz (St. Franziskus-Stiftung Münster) gab Einblicke in strategische Perspektiven von Forschung & Entwicklung mit Fokus auf patientenzentrierte, anwendungsorientierte Ansätze und außeruniversitäre Forschung.
Dr. Evelien van Assche (Universitätsklinikum Münster) präsentierte das gemeinsam mit der Gesellschaft für Bioanalytik Münster e.V. gestartete Projekt PersonME. Mit digitalem Verhaltenstracking (Digital Phenotyping) und innovativer Medikamentenspiegelmessung im Blut soll die ambulante Versorgung von Patient:innen mit psychischen Erkrankungen verbessert werden.
Monique Bruns (Universitätsklinikum Münster) zeigte Aktivitäten und Projekte der 360 Grad health innovation region, die u.a. mit Partnern in den Niederlanden an der Vision „mehr gesunde Jahre“ arbeitet.
Weitere Impulse aus NRW
Besonders gefreut haben wir uns über den Ausblick von Géraldine Paschen (IHK zu Essen) auf eine neue quantitative Studie zur Gesundheitswirtschaft in NRW. Das Ministerium stellte außerdem die Initiative Digi-Sandbox.NRW vor – eine zentrale Anlaufstelle für Reallabore, in denen innovative Technologien unter möglichst realen Bedingungen erprobt werden können.
Auch die Gesundheitsregionen selbst nutzten die Gelegenheit, aktuelle Themen und Entwicklungen einzubringen, sodass ein reger, wertvoller Austausch entstand.
Dank & Ausblick
Ein herzliches Dankeschön geht an die IHK Nord Westfalen für die freundliche Gastfreundschaft. Wir freuen uns bereits auf das Wiedersehen bei der MEDICA am 19. November 2025 auf dem NRW-Gemeinschaftsstand – und natürlich auf den nächsten Runden Tisch im Frühjahr 2026 in Südwestfalen!
In vielen Kommunen des Münsterlandes fehlen bereits jetzt Ärzt:innen, Pflegefachkräfte, Therapeut:innen und weiteres Personal im Gesundheitswesen.
Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung und des Fachkräftemangels wird eine qualitativ hochwertige & stabile Versorgung mit ärztlichen, pflegerischen und therapeutischen Dienstleistungen zukünftig zunehmend gefährdet sein.
Dies stellt insbesondere ländliche Regionen vor große Herausforderungen, da eine wohnortnahe Gesundheitsversorgung zu den wichtigsten Standortfaktoren für Unternehmen und Bürger zählt und im hohen Maß dazu beiträgt, wirtschaftliche Strukturen zu stärken und zu erneuern.
An diesem Punkt hat das Gemeinschaftsprojekt „Plattform Gesundheitsregion Münsterland – Kommunale Versorgungskompetenz stärken (KommKom)“ (2020-23) angesetzt:
Übergeordnetes Ziel war die Stärkung kommunaler Versorgungskompetenzen in den Bereichen der haus- und fachärztlichen Versorgung, der pflegerischen und der therapeutischen Versorgung.
In partizipativen Workshops wurden gemeinsam mit kommunalen Akteur:innen, Akteur:innen aus der Gesundheitsversorgung und der Bürgerschaft Handlungsempfehlungen und Marketingmaßnahmen entwickelt, die als Lösungsansätze gegen den drohenden Fachkräftemangel vor Ort umgesetzt werden können. Insgesamt wurden über 60 konkrete Lösungsansätze für Kommunen (des Münsterlandes) entwickelt, die Interessierten auf der dazugehörigen Online-Plattform der „Gesundheitsregion Münsterland“ zur Verfügung stehen.
Was wir durch Bündelung von Ressourcen erreichen möchten. Schwerpunkt: Sektorübergreifende Versorgungsnetzwerke
Interdisziplinäre Zusammenarbeit fördern: Stärkere Kooperation der Mitglieder in den Bereichen Ärzt:innen, Kliniken, Pflegeeinrichtungen, Apotheken und Therapeut:innen mit Wissenschaft und Wirtschaft fördern für die Versorgung und Umsetzung von Innovationen.
HealthTech & Medizintechnik als Innovationstreiber: HealthTech und Medizintechnik ermöglichen neue Lösungen für Diagnostik, Therapie und Versorgung – und gestalten die Medizin von morgen schon heute mit.
Ganzheitliche Patientenbetreuung: Austausch zur integrierten Versorgung und vernetzten Betreuungsteams, die z.B. Prävention, Diagnostik, Behandlung und Nachsorge umfassen.
Schnittstellen erkennen und nutzen: Aktivierung einer funktionierenden Versorgung durch die Zusammenarbeit aller Stakeholder und Förderung der Kooperationen an der Schnittstelle der stationären und ambulanten Versorgung.
Kooperationsstrukturen: Schaffen von Kooperationsstrukturen, die verschiedene Akteur:innen des Gesundheitswesens miteinander verbinden, um eine effiziente und patientenzentrierte Versorgung zu gewährleisten.
Vernetzung von Politik und Versorgung: Sie schafft tragfähige Rahmenbedingungen für eine zukunftsorientierte Gesundheitswirtschaft. Nur im gemeinsamen Dialog lassen sich nachhaltige Strukturen entwickeln, die den Bedürfnissen von Patient:innen und Leistungserbringern gerecht werden.
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